Oltenien ist das Land von Constantin Brancusi und der Traditionen, die der Zeit trotzen, eine Region mit einer starken kulturellen Identität im Südwesten Rumäniens, zwischen den Karpaten und der Donau. Mit 2...
Oltenien ist das Land von Constantin Brancusi und der Traditionen, die der Zeit trotzen, eine Region mit einer starken kulturellen Identität im Südwesten Rumäniens, zwischen den Karpaten und der Donau. Mit 2 UNESCO-Stätten (Kloster Horezu und Horezu-Keramik als immaterielles Kulturerbe), einem weltberühmten Skulpturenensemble, renommierten Thermalbädern und charaktervollen Weinbergen ist Tourismus in Oltenien ein reichhaltiges und vielfältiges Erlebnis. Die Region umfasst die Kreise Dolj, Gorj, Mehedinti, Olt und Valcea mit einer Bevölkerung von ~2 Millionen Einwohnern.
Targu Jiu beherbergt das Skulpturenensemble von Constantin Brancusi, das als eines der bedeutendsten öffentlichen Kunstwerke der Welt gilt und ein Meilenstein der universellen modernistischen Kunst ist. Die Endlose Säule (29,35 m hoch, 15 rhombische Module aus Gusseisen), Das Tor des Kusses (5,13 m hoch, Travertin) und Der Tisch des Schweigens (12 sanduhrförmige Stühle) bilden eine monumentale Achse von 1,5 km, die die Helden des Ersten Weltkriegs feiert. Der Zugang ist kostenlos 24/7, im Freien. Der Besuch dauert ~45 Minuten zu Fuß.
Das Kloster Horezu, seit 1993 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes, ist das wichtigste Beispiel für Brancoveanu-Architektur in Rumänien. Erbaut von Fürst Constantin Brancoveanu zwischen 1690–1697, beeindruckt das Kloster durch harmonische Proportionen, gut erhaltene Wandmalereien (über 3.000 m² Fresken), bemerkenswert feine Steinskulpturen und eine Loggia mit gedrehten Säulen. Die Region Horezu ist auch berühmt für die Horezu-Keramik — 2012 als immaterielles Kulturerbe der UNESCO anerkannt, mit symbolischen geometrischen Motiven (Horezu-Hahn, Lebensspirale), die ausschließlich von Hand gefertigt werden.
Der Kreis Valcea beherbergt die meisten Kurorte in Rumänien: Baile Olanesti (über 20 verschiedene Mineralquellen — einzigartig in Europa), Calimanesti-Caciulata, Baile Govora und Ocnele Mari (mit touristisch ausgebautem Salzbergwerk). Die mineralischen, salzhaltigen und schwefelhaltigen Wässer sind angezeigt bei Verdauungs-, Rheuma- und Atemwegserkrankungen. Die Gegend ist auch der Ausgangspunkt für Ausflüge zu den Klöstern im Norden Olteniens — Cozia (14. Jh., das älteste Kloster in Oltenien), Turnu, Stanesti.
Oltenien bietet abwechslungsreiche Landschaften: Oltet-Schlucht (10 km spektakuläre Schluchten, Wanderwege von 3–5 Stunden), Nationalpark Domogled–Valea Cernei (die größte Konzentration der endemischen Schwarzkiefer in Rumänien), Frauenhöhle (1,5 km ausgebaut, mit Spuren aus der Altsteinzeit) und Polovragi-Höhle (mit spektakulären Stalaktitenformationen). Jiului-Schlucht (33 km), flankiert von Felsen und Wäldern, bietet eine spektakuläre Strecke zwischen Targu Jiu und dem Jiului-Tal.
Die oltenische Küche ist schmackhaft, würzig und großzügig. Typische Gerichte: Oltenische Sarmale (kleiner, würziger, in eingelegtem Kohlblatt mit scharfem Paprika), Lamm-Borschtsch mit Sauerampfer, Hähncheneintopf mit Sahne und Knoblauch, hausgemachte Zacusca (Spezialität der Region) und der berühmte Oltenische Cozonac mit Walnüssen und Rahat. Die Weinberge von Dragasani und Samburesti produzieren charaktervolle Weine — die einheimischen Sorten Negru de Dragasani, Novac und Cramposie Selectionata werden von Kennern geschätzt.
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